Herder Hofüberdachung

Die ehemalige Druckerei des Herder-Verlags, ein Industriegebäude aus dem 19. Jahrhundert, wurde für die Universität Freiburg im Jahr 2011 saniert und umgebaut. Da der Verwaltungsflügel mit der repräsentativen Fassade an der Hermann-Herder-Straße noch vom Verlag genutzt wird, fehlte der Universität ein adäquater Eingangsbereich zu ihren Gebäudeteilen. Diese Funktion übernimmt jetzt ein transparentes Kuppeldach über dem nördlichen Innenhof, das vor dem Wetter schützt und zugleich die Energiebilanz verbessert.
Das Kuppeldach wird von vier Stahlstützen getragen. Diese verzweigen sich baumartig, sodass die Äste einen Trägerrost halten, der wiederum die transparenten und wärmedämmenden Luftkissen aus ETFE–Folien (Ethylen-Tetrafluorethylen) fixiert.

Da der Hof unterkellert ist, wurden die vier Stützen durch die Kellerdecke bis unter den Kellerboden geführt und dort auf tragfähigem Boden gegründet. Das Dach schließt auf Traufhöhe an das Gebäude an. Der Randbereich bildet eine gemeinsame Regenrinne für Bestands- und neues Dach. Zu- und Abluftöffnungen sorgen für den energetisch erforderlichen Luftaustausch und dienen der Entrauchung im Brandfall.

Durch die Überdachung werden im Winter Energieeinsparungen von ca. 70% für die angrenzenden Bereiche erzielt: Im Innenhof entsteht eine Pufferzone mit ca. 10 °C. Im Sommer sind der Hof und die angrenzenden Räume kühler als die Außenluft.